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HERBERT
LIST
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1921 macht Herbert List (1903 Hamburg-1975 München) auf der Gelehrtenschule Johanneum sein Abitur. Er besucht an der Heidelberger Universität Vorlesungen in Literatur- und Kunstgeschichte und wird durch F.Gundolf in das ideale Griechenland-Bild des Stefan George eingeführt. 1923 Eintritt in die väterliche Fa. List & Heineken am Sandtorkai im Hamburger Freihafen. 1928 begegnete er Curt Valentin (später Galerist in N.Y.) und Lotte Eisen ( Mutter seiner Zwillingstöchter), er lädt zum jour fixe Künstlerkreis ein, darunter Gustaf Gründgens, Erika und Klaus Mann. 1930 Begegnung mit Andreas Feininger, der vom Dessauer Bauhaus kommt und in Hamburg Schaufenster eines Kaufhauses dekoriert. Zeitgleich entdecken die beiden die Photographie und tauschen sich über diverse Techniken aus. Nach dem Tod seines Vaters übernahm er 1931 die Kaffeefirma, zum Ausgleich erholte er sich am Wochenenden an der Ostsee, wo er seine jungen Freunde photographierte. Neben unbeschwerten Aufnahmen entstehen immer mehr bewußte Kompositionen- Visionen, Stilleben, Doppelbelichtungen, teils inspiriert von Künstlern, wie Man Ray oder Dali. Es folgen Reisen nach Italien, Südfrankreich und Tunesien. 1935 erste Veröffentlichung im Jahrbuch 'Photographie' mit 'AmorI', Hammamet. Der NS-Staat engt seine Bewegungsfreiheit ein. Wegen ironischen Äußerungen wird er von Freunden vor einer bevorstehenden Verhaftung gewarnt. Dieser Hinweis, die Einschränkung seiner geistigen Freiheit, die Nürnberger Gesetze und die verschärfte Anwendung des Strafrechts für Homosexuelle bringen H.List zu dem Entschluß, den Kaffeehandel in Hamburg aufzugeben und sich im Ausland als Photograph durchzusetzen 1937/38 entsteht der Zyklus 'Die Mythologien der Tuilerien'; erste mehrmonatige Reise nach Griechenland mit seinem Freund Heinz Rittmeister. Beginn einer intensiven Arbeit über die Tempel und Skulpturen des klassischen Hellas als auch über die Landschaft und Architektur des Landes; dabei geht es ihm auch um metaphysische Visionen ( Goldfischglas). 1937 stellt H.List erstmalig aus in der Galerie du Chasseur d'images in Paris und benutzt das Pseudonym 'Gil'. Es folgen Veröffentlichungen in 'Harper's Bazaar', 'Photographie' und 'Life'. Fortan pendelt H.List zwischen Paris und Athen, wo er u.a. an dem Projekt 'Licht über Hellas' arbeitet. Ais 'Nichtarier' darf er offiziell nicht für die dt. Presse arbeiten. 1942 der dt. Verlag in Berlin, ehemals Ullstein, organisiert für List eine Balkanreise, die vom Propagandaministerium verhindert wird. List reist ohne Offiziellen Auftrag nach Ungarn, Rumänien, Griechenland u.a. Eine weitere Riese nach Griechenland organisiert der Münchner Callwey-Verlag, in der Hoffnung, daß das Buch 'Licht über Hellas' doch noch produziert werden kann. 1945 in Paris porträtiert er Jean Cocteau, Arthur Honegger und Pablo Picasso. Er wird als Bildberichterstatter der amerikanischen Regierung zugelassen, später wird er Kunst-Redakteur der von Amerikanern gegründeten 'Heute'. Ohne Auftrag wandert H.List mit der Kamera durch die Trümmer Münchens. Eine spätere Veröffentlichung im 'Deutschen Lichtbild' nennt er 'Memento 1945' 1947-49 ein Bildband hierüber 'Die magischen Reste' erscheint erst posthum 50 Jahre später. Im Sommer reist er nach Italien zum 200.Geburtstag Goethes und rekonstruiert nach der Lektüre von Goethes Tagebüchern photographisch die 'Italienische Reise' 1950 mehrmonatige Reise in Begleitung von Max Scheler nach Italien, Jugoslawien und Griechenland. Er bezieht in München eine Wohnung und richtet sich dort seine eigene Dunkelkammer ein. Er photographiert für ein 'Rom' Bildband, das 1955 in München erschien. Erste Aufnahmen mit der Leica im 35mm Kleinbildformat und unter Verwendung eines Tele-Objektivs. 1960 photographiert er Marlene Dietrich bei ihrem letzten Gastspiel in Deutschland. 1964 wird H.List im Essener Folkwang Museum mit der David Octavius Hill Medaille der Gesellschaft Deutscher Lichtbildner geehrt. Lists Interesse an der Photographie läßt nach. Er beschäftigt sich mehr mit seiner Sammlung von Meisterzeichnungen. Der Kernbestand von Lists Sammlung lebt später fort in der Stiftung Ratjen. Es entstehen nur noch wenige Photographien, so einige Farbaufnahmen in Sri Lanka 1972. Aus Anlaß seines siebzigsten Geburtstags erarbeitet er mit seinem Freund Manuel Gasser ein Sonderheft der Zeitschrift 'DU'. 1975 stirbt H.List am 4.April in München. |